Montag, 6. Oktober 2008

Pfad des Wolfes 2008

Am 28. August habe ich mich mit Yari und Maxi auf den Weg nach Loucna nad Desnou in Tschechien gemacht. Ich habe die Anreise ein wenig unterschätzt, es waren zwar "nur" ca. 600km, dafür habe ich jedoch ca. 8 1/2 Stunden benötigt. Bis nach Prag über die Autobahn war sehr angenehm, dann begann jedoch das Abenteuer: Noch 150 über Land mit miserabel ausgeschilderten Umleitungen und noch Anderen Überraschungen so dass ich erst gegen 19.30 Uhr im Camp angekommen bin. Nach den schon beschriebenen Anstrengungen der Alpenüberquerungen war ich total kaputt und habe mich gefragt wie ich die nächsten 2 Tage überstehen soll? Dann kam bei der Besprechung die nächste Überraschung. Am 1. Tag mussten bereits ca. 60km bestritten werden und es wurden Zeiten vorgegeben zu denen man an den Checkpoints sein musste, hält man die Zeiten nicht, wird man disqualifiziert. Es waren straffe Vorgaben die wir da bekommen haben und es war klar man muss schnell unterwegs sein um diese zu halten. Nach einem leckeren Essen gemeinsam mit den deutschen und österreichischen Dogtrekkern ging es dann früh ins (Feld-)Bett um für diese Herausforderung gerüstet zu sein.
Der Start erfolgte dann sehr früh am Morgen. Um 5.00 Uhr hat der Wecker geklingelt und um 6.00 Uhr bin ich mit meinen beiden Fellnasen an den Start gegangen. Ich habe mich entschieden mit Christopher Vajk ein Team zu bilden, hat es doch beim Dachstein-Dogtrekking so gut funktioniert mit uns beiden. Das Wetter war perfekt: trocken und nicht zu heiß. Es ging auf sehr gut (bis auf eine Stelle, die zum Verhängnis wurde) ausgeschilderten Wanderwegen durch eine beeindruckend schöne Mittelgebirgslandschaft. Nun zum Verhängnis: An einer Stelle sind wir auf eine ganze Horde Dogtrekker gestoßen, die verzweifelt nach dem richtigen Weg gesucht haben. Wir haben und angeschlossen und sind über nasse Wiesen gegangen um nach dem rechten Weg zu schauen. Den haben wir dann auch gefunden, jedoch waren meine Schuhe und Socken durchnässt. Die Füße fingen dann nach weiteren 10km zu brennen an wie Feuer und erste Blasen habe ich auch verspürt. Am 1. Checkpoint habe ich dann noch frische Socken angezogen, aber genutzt hat das nun leider auch nicht mehr viel. Es wurde immer mühsamer zu Laufen, aber der Wille im Biwak anzukommen war noch sehr groß. Christopher hat sich dann auf einem sehr unwegsamen Streckenabschnitt den Knöchel verknackst und hat beim 2. Checkpoint aufgegeben. Ich habe mich immer noch "weitergeschleppt" waren es doch "nur" noch ca. 15km bis zum Biwak. Bei Km 51 war es dann doch leider vorbei. Ich bin nur noch geeiert und konnte die Füßen nicht mehr abrollen und nur noch im Gänsemarsch unterwegs. Zu meinem Glück hat an gleicher Stelle ein tschechischer Dogtrekker aufgegeben und die Organisatoren bereits angerufen um abgeholt zu werden. Uns Drei hat er glücklicher Weise dann auch noch mitgenommen und dirket zum Biwak gebracht. Nach schnellem Aufbau meiner Schlafstätte (s. Bild) gab es dann noch eine Gulaschsuppe und ein Kofola zur Stärkung und dann ging es ab in den Schlafsack. Mein Ziel war es am nächsten Tag weiterzulaufen, meine Füße haben jedoch gestreikt und somit mussten wir leider zum Ausgangspunkt mit dem Auto gefahren werden. Nachdem am Abend alle Dogtrekker wieder da waren gab es noch eine Siegerehrung bei der reichlich Geschenke der Sponsoren an uns weitergegeben wurden und dann fand während einer super Abschlussfeier noch die schon fast obligatorische Tombola statt. Ich werde nicht ins Detail gehen, wie die Party war, ich sag nur soviel: Zu später Stunde habe ich mit Faltnapf auf dem Kopf wild mit Tschechen getanzt. Beweisbilder gibt es hier zu sehen. Die Rückfahrt am Sonntag war dann noch etwas schwieriger als die Hinfahrt, aber es war mal wieder ein tolles Erlebnis.

1 Kommentare:

Blogger Ch. Vajk meinte...

Hi, Kai!
Schön, mal eine andere Perspektive des Stezkou Vlka gelesen zu haben! Ich hoffe auf ein Wiedersehen am kommenden Wochenende bei unserer nächsten Challenge und freue mich schon narrisch!

Chris & die Adventure-Dogs

PS.: Du hast meine zwei großen Sohnemänner durcheinander gebracht (Daniel war mit dir unterwegs).

6. Oktober 2008 22:10  

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